Gestern mir extra den Wecker auf halb8 gestellt und früh schlafen gegangen, gegen die Nervösität noch ein Bier getrunken und trotzdem verschlafen. Um 10:10 augewacht (Kurs beginnt um 11h), mit Entsetzen die Uhr am Handy betrachtet, aufgesprungen und Bett zusammengeklappt und in das erstbeste(d.h. das von gestern) Gewand hineingeschlüpft, die Wetterlage abgecheckt und in den neuen Wintermantel hinein(draussen regnet es). Draussen angekommen, PassNavigo aufgeladen und die Busstation gesucht(ich weiss, ich weiss, sowas macht mensch vorher, damit es dann keine bösen Überraschungen gibt), Busstation gefunden und hinein.
Schliesslich war ich dann doch noch rechtzeitig bei:
"Le réel: au-delà du problème de l'accès"
Völlig überfüllte Säle kenn ich ja und Sitzplatz hab ich zudem auch noch bekommen. Am Anfang gabs gleich ein Formular zum Ausfüllen, wo ich dann auch brav bekundet hab, dass ich Erasmusstudent bin und dann hab ich 1,5 Stunden versucht dem Vortrag zu folgen.
Teilweise echt schwer zu folgen, war es aber, nachdem, was ich verstanden hab, für mich doch irgendwie ein alter Hut. Und selbst die phänomenologischen "Schenkelklopfer"/Kalauer sind die gleichen, wie in Wien.
In der philosophischen Buchhandlung ums Eck, hab ich mir dann noch Herder's "Auch eine Philosophie der Geschichte zur Bildung der Menschheit" gekauft. Um das soll es morgen in einem Kurs gehen und ich denke, ich werd heute schonmal kräftig in diese 110 Seiten reinlesen.
Kennengelernt hab ich niemanden...
vague - 5. Okt, 14:11
Eigentlich wollte ich heute in den Louvre gehen, aber dann bin ich viel zu spät aufgewacht und hab mir gradmal was gekocht und bin mir was zum Trinken einkaufen gegangen.
Gestern war "la nuit blanche" in Paris. Eigentlich eine Nacht, in der von 17h-7h in der ganzen Stadt Kunstprojekte ausgestellt werden. Leider sehen es die PariserInnen wohl etwas anders und machen daraus eine lange Partynacht.
Ich hab mir ein paar Sachen angesehen, bin dann aber gegen halb12 doch wieder heim, weils mir zu stressig war und es allein auch nicht so viel Spass macht.
Ein paar Photos hab ich gemacht, die ich wohl demnächst mal online stellen werde, wenn ich mich mit dem bloggen besser auskenne.
Morgen um 11h beginnt dann die Uni mit dem ersten Kurs, den ich besuchen mag, mit dem Titel:
"Le réel: au-delà du problème de l'accès"
Ich bin schon gespannt (und auch gespannt darauf, wieviel ich verstehen werde...)...
vague - 4. Okt, 17:36
Seit dem 12.8. bin ich nun in Paris und hab auch endlich eine Bleibe gefunden. Seit 8.9. wohn ich in der Nähe von Place de la Nation. Aber immer der Reihe nach...
Mein Flug sollte planmässig am 12.8. um 11:15 von Wien aus starten. Ich bin mit skyeurope geflogen. Zu meiner Entschuldigung: ich hab den Flug gebucht, noch bevor etwas von den finanziellen Nöten dieser Fluglinie bekannt wurde.
Endlich im Flugzeug wurde uns dann gesagt, dass sich der Flug, aufgrund technischer Gebrechen am Navigationsystem des Flieger, etwas verzögern wird und nach einer halben Stunde warten im Flieger wurden wir dann gebeten den Flieger wieder zu verlassen und unser Gepäck abzuholen: der Flieger kann nicht fliegen und sie wissen selbst noch nichts genaues, wann und ob wir fliegen können.
Als ich mein Gepäck geholt hab, bin ich dann gleich mal vom orf interviewt worden "glauben sie das mit den technischen Gebrechen oder vermuten sich nicht viel eher die finanzielle Lage von skyeurope als Grund". Mir war das dann irgendwie zu blöd und ich hab ihnen nur geantwortet, dass ich solche Spekulationen müssig finde. (Der Verkauf der Aua wird als Erfolg verkauft, obwohl dafür eigentlich auch noch ziemlich viel Geld gezahlt wurde, damit die Lufthansa diese Linie überhaupt kauft, und bei ner kleinen Fluglinie sind die Medien bemüht einen Skandal draus zu machen.)
Nach einem Gulasch, gespendet von skyeurope, wurde dann bekannt gegeben, dass doch geflogen wird, und zwar um 19:15. Tja, ein Scheisstag am Flughafen.
Benjamin(der Genosse, bei dem ich die erste Zeit untergekommen bin) hat die ganze Zeit gewartet und mich dann sogar von Paris abgeholt.
Nachdem wir dann gemeinsam zu ihm gefahren sind und mal meine Sachen hochgeschleppt haben, haben wir noch ein wenig geplaudert und sind dann schlafen gegangen. Er hat mich in seinem Zimmer einquartiert und hat selbst im Wohnzimmer geschlafen(sowas hatte ich nicht erwartet).
Er war dann die meiste Zeit weg, zuerst bei seiner Schwester und dann bei seiner Großmutter in Portugal, und ich hab mich für eine Sprachkurs an der Alliance Français angemeldet und mich auf Wohnungssuche begeben.
Die Wohnungssuche hat mich einiges an Nerven gekostet und ich war gegen Ende schon so fertig, dass ich ans Heimfliegen gedacht hab, weil ich der Meinung war gar nichts mehr hier zu finden.
Meine Erfahrungen vom Wohnungssuchen:
90% der Männer suchen eine Frau als Mitbewohnerin(das geht sogar so weit, dass Männer sich nur mit Frauen ein Studio, d.h. Einzimmerwohnung, teilen wollen)
90% der Frauen suchen natürlich Frauen als Mitbewohnerin(was sich glaub ich aus dem Verhalten der Männer doch irgendwie erklären lässt).
Auf 30 Anfragen kommt, mit Glück, gradmal eine Antwort.
Keine der Internetplattformen für WG-Suche ist gratis: Ich hab ein Abo von über 30€ gezahlt, um überhaupt Mails schreiben zu können, Mails lesen zu können und die TelNummern angezeigt bekommen.
Bei Wohnungsbesichtungen schneidet mensch natürlich mal schlechter ab, als andere, wenn mensch die Sprache nicht so gut kann und sich nicht flüssig verständigen kann.
Zudem kommen auf ein Zimmerangebot leider rund 80 InteressentInnen, was das Ganze zu einem ziemlichen Glücksspiel werden lässt.
Durch Zufall hat sich dann aber etwas über facebook ergeben. Mich wollte jemand adden, den ich nicht kannte, und ich habs ihn, obwohl ich das sonst nicht so einfach tu, auch geaddet. Bei seinem Profil stand dann "Paris nouvelle sorbonne" und es stellte sich heraus, dass er eigentlich Thewi-Student aus Wien ist und das letzte Jahr auch Erasmus in Paris gemacht hat. Er hat mich dann netterweise an seine Vermieterin weitergeleitet, die hat mich noch am selben Abend angerufen, am nächsten Tag war ich mir die Wohnung ansehen und einen Tag später bin ich schon eingezogen.
vague - 19. Sep, 13:29
Louis Althusser spricht in seinem autobiographischen Text "Die Zukunft hat Zeit" immer wieder von der Angst, dass jemand "Hand an ihn" legen würde und von dem Wunsch nach der Unversehrtheit seines Körpers. Der Wunsch nach dem Handeln aus eigener Initiative.
Zudem machte ich gestern durch eine nichtige Kleinigkeit wieder Bekanntschaft mit einer alten Angst von mir, die noch aus meiner Kindheit/Jugend herrührt: die Angst andere Menschen könnten für meine FreundInnen plötzlich einen wichtigeren Platz einnehmen als mich und mich folglich soweit verdrängen, dass ich keinen Platz mehr in dem Kreis der von mir geliebten Menschen finde. Vermutlich eine (wie jede andere Angst) völlig irrationale Angelegenheit...
vague - 7. Jan, 20:01